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  Jauernig (Javorník) eine Stadt am Fuße des Reichensteiner Gebirges      http://www.javornicko.cz/javornik_de/

Die Stadt mit ca. 2.940 Einwohnern liegt dort, wo die nördlichen Abhänge des Gebirges Reichensteiner Gebirge (Rychlebské hory) in das Tiefland von Weidenau (Vidnava) in 250 - 350 m ü. M. übergehen. Urkundlich wird Jauernig erstmals 1291 erwähnt, aber es entstand ohne Zweifel früher. Der größte Reichtum der Stadt sind auch heute seine historischen Denkmäler und Kulturdenkmäler.
Die Stadtmitte, die von der Johannes-von-Nepomuk-Barockstatue verziert wird, steht unter dem städtischen Denkmalschutz.
Zu Jauernig gehören die Dörfer Weisbach (Bílý Potok), Ober Gostitz (Horní Hoštice), Krautenwalde (Travná) und Waldek (Zálesí).

Der Name der Stadt hat den slawischen Ursprung und ist vom Ahorn abgeleitet. Die Stadt Jauernig entstand wahrscheinlich zusammen mit der Burg in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und bisweilen hat sie die Funktion einer Marktstelle übernommen; diese Marktstelle hat zu Jauernig - Dorf (Ves) gehört. Die Stadt entstand als eine lange Straße nach Kladsko mit engen mittelalterlichen Parzellen. Aus der mittelalterlichen Stadt sind nur einige Spuren im Grundriss und in einigen Häusern auch Keller geblieben. In den Jahren 1428 - 32 war Jauernig sowie das Schloss von Hussiten besetzt, dann wurde es verlassen. Erst am Umbruch des 15./16. Jh. wurde auf dem Johannesberg wieder ein Schloss erbaut. Als der Bischof Jan Thurza hier war, fing man mit dem Gewinnen von Silber- und Eisenerz an; es war hier auch eine bergmännische Ortschaft, ein Hüttenwerk und Hammerwerk. Seit dem 16. Jh. wurde die Stadt vom gleichnamigen Dorf abgetrennt; doch sie wurde meistens noch nach dem Namen des Schlosses Johannesberg (Jánský Vrch) genannt.

Im Jahre 1549 bekam Jauernig Stadtprivilegien; aus dieser Zeit stammt auch die erste Nachricht über eine Schule. Im Jahre 1576 kam ein großer Brand. Der schlechteste Zeitabschnitt kam mit dem Dreißigjährigen Krieg, als die Stadt oftmals geplündert wurde.
Im 18. Jh. hat die Stadt eine neue Form bekommen, vor allem in den Jahren 1725 - 26, als Kirche, Pfarrei, Schule und Rathaus erbaut wurden. Bei der Eroberung Schlesiens 1742 durch Friedrich II. blieb Jauernig bei Österreich, wurde aber nunmehr Grenzort zu Preußen. 1748 wurde es Sitz der Direktion der Dominialgüter des Bistums Breslau für die gesamte Region Freiwaldau. Gleichzeitig wurde Jauernig auch der Sitz der Landesregierung für den österreichischen Teil des Fürstentums Neisse-Grottkau, das 1810 als Folge der Säkularisation durch Preußen aufgelöst wurde.
Im Jahre 1825 kam wieder ein Brand, der hier fast alle Gebäude vernichtet hat. Deshalb musste man alles wieder ausbauen. Viele Fassaden sind im Stil der bürgerlichen Klassik. Ende des 19. Jahrhunderts gehörte Jauernig zur Bezirkshauptmannschaft Freiwaldau und war Sitz eines Bezirksgerichtes. In der Stadt lebten 1880 2.292 Einwohner, das Dorf Jauernig hatte 1070 Einwohner. Am 1. Dezember 1930 hatte die Stadt Jauernig 3067 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 2941 und am 22. Mai 1947 1678 Bewohner.
Im 20. Jh. ist es leider zu vielen nicht guten Eingriffen in das Stadtbild gekommen, und zwar mit einer ungeeigneten Modernisierung und Ausbauten. Auf der anderen Seite hat man auch wichtige Sachen gemacht, wie etwa eine Eisenbahnverbindung mit Freiwaldau (Jeseník), einige kleinere Betriebe, die meistens nur eine lokale Bedeutung hatten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden für die deutsche Bevölkerung der Umgebung in Jauernig Internierungslager eingerichtet. Ein ehemaliges Lager des Reichsarbeitsdienstes diente als Männerlager, während die Frauen auf dem Schloss Johannesberg interniert waren, bis ihre Abschiebung nach Deutschland erfolgte. Die Güter der Bischöfe von Breslau wurden 1948 durch den tschechoslowakischen Staat konfisziert.

Schloss Johannesberg (ZÁMEK JÁNSKÝ VRCH)
Die Burg in Javorník wurde erstemal im Jahre 1307 erwähnt. Sie hat den Breslauer Bischöfen gehört, und zwar bis zum Jahre 1984, als sie dem tschechoslowakischen Staat übergeben wurde. Im Jahre 1428 wurde sie von den Hussiten zerstört. Wenn diese Burg ab dem 15./16. Jhd. Bischof Jan Turza gehörte, wurde sie erneuert und Johannesberg (Jánský Vrch) benennt. Es kam zu einigen Aufbereitungen im Interieur, wie z.B. Renaissanceanbauten und zwei Sandsteintafeln aus den Jahren 1505 - 1509, die im Steinwerk des Francezsko Fiorentino in Kroměříž erzeugt wurden. Alle anderen Umbauten in der Zeit vom 16. bis zum 20. Jhd. wurden auf das Umwandeln des Baues für ein bequemeres Wohnen abgezielt. Als ein dauernder Sitz des Breslauer Bischofs diente das Schloss nur im letzten Drittel des 18. Jhs., als hier unfreiwillig Bischof Filip Gothard Schaffgotsch gewohnt hat. Er hat wieder einige Umbauten durchgeführt, vor allem im Kern des Gebäudes, der dem Musikgeschehen im Schloss entspricht. Alles wurde mit der elektrischen und Gaseinführung am Ende des 19. Jhs. beendet.